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Herausforderungen im Berufsalltag

Trotz vieler gewinnbringende Fähigkeiten fallen autistische Fachkräfte manchmal mit ungewöhnlichem Verhalten im Unternehmen auf. Dadurch entstehen häufig auf beiden Seiten Missverständnisse oder falsche Eindrücke. Nachfolgend erhalten Sie ein paar Beispiele mit Empfehlungen dazu:

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Mögliche Herausforderungen und missverständliche Eindrücke aus der Unternehmersicht:

  • Skurrile oder sich ständig wiederholende Verhaltensweisen werden gezeigt

Auslöser können eine Überforderung oder ein hohes Stressniveau durch z. B. eine Überreizung von Sinneseindrücken sein. Sprechen Sie darüber und versuchen Sie eine Lösung zu finden.

  • Arbeitsaufträge wurde nicht erledigt. Sie haben den Eindruck, es fehlt an Motivation.

Es könnte sein, dass keine Zeitangabe genannt wurde, wie lange er/sie selbst überlegen kann und wann er/sie bei wem nachfragen sollte.

  • Der Arbeitsauftrag wurde nur unzureichend erledigt

Wurden genaue Angaben zu Ihren Erwartungen gemacht?

  • Ihre autistische Fachkraft redet ständig auf die Kolleg*innen ein.

Machen Sie Ihren Mitarbeiter*innen klar, dass sie feste Gesprächsregeln mit dem/der autistischen Kolleg*in vereinbaren dürfen. "Ich nehme mir nun 5 Minuten Zeit und höre Dir zu" ist nicht unhöflich, sondern eine exakte Anweisung, an die sich ihre autistische Fachkraft halten kann.

  • Sie Fragen Ihre Fachkraft: "Haben Sie die Post schon geholt?" Ihre Mitarbeiter*in antwortet mit "nein" und arbeitet weiter, ohne das zu berücksichtigen?

Sie sind sicherlich irritiert. Viele Autist*innen verstehen diese unterschwellige Aufforderung oft nicht. Eine direkte und klare Sprache ist deshalb sehr wichtig.​

  • Spontanes und flexibles berufsbedingtes Handeln – abweichen von Strukturen/Regeln

  • Kommunizieren (Smalltalk führen, auf den Punkt kommen, nicht monologisieren etc.)

  • Richtige Interpretation von Mimik und Gestik

  • Multitasking 

  • Richtige Interpretation von Redewendungen, Floskeln, Witzen, Ironie oder Unterschwelligem

  • Verstehen nicht ausgesprochener Erwartungen anderer

  • Priorisierung, Planung und Strukturierung von Aufgaben

  • Das Zeitmanagement im Blick behalten

  • Filtern von Umgebungsreizen (Gerüche, Temperatur, Geräusche, Licht)

  • Firmenevents

  • Berührungen, wie Hände schütteln

  • Arbeitsweg

  • Fragen richtig zu deuten (z. B. in Vorstellungsgesprächen oder in Meetings) 

Mögliche Herausforderungen aus der Sicht von Autist*innen:

Leider werden autistische Fachkräfte immer wieder von Kolleg*innen und Vorgesetzten auf Grund ihrer Art der sozialen Interaktion oder der Kommunikation über- oder unterschätzt. Bleiben Sie als Arbeitgeber*in flexibel, schaffen Sie passende Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz und im Arbeitsumfeld. Damit können Sie selbst einen großen Teil dazu beitragen, dass beide Seiten davon profitieren.