Mehrwert

Herausforderungen im Berufsalltag

Trotz vieler gewinnbringende Fähigkeiten, fallen autistische Fachkräfte manchmal mit ungewöhnlichem Verhalten im Unternehmen auf. Dadurch entstehen häufig auf beiden Seiten Missverständnisse oder falsche Eindrücke. Nachfolgend erhalten Sie ein paar Beispiele mit Empfehlungen dazu:

Es werden skurrile oder sich ständig wiederholende Verhaltensweisen gezeigt?

Es könnte eine Überforderung oder eine Sinnesüberreizung vorliegen.

Überprüfen Sie, ob die Rahmenbedingungen passen. Lenken Umgebungsreize ab? Ist die Aufgabe zu großteilig? Gibt es Fragen zur Aufgabe? 

Arbeitsaufträge wurde nicht oder nur unzureichend erledigt. Sie haben den Eindruck es fehlt an Motivation?

Es kann sein, dass die Angaben nicht präzise genug formuliert wurden.

Überprüfen Sie, ob präzise Angaben gemacht wurden. Was soll genau erledigt werden und bis wann? Wer ist bei Unklarheiten der Ansprechpartner? Wie lange darf man selbst überlegen, bevor man nachfragen muss?

Ihre autistische Fachkraft sucht ständig das Gespräch mit Kolleg*innen? Der Redefluss ist enorm hoch?

Autist*innen können nur schwer einschätzen, wann es zu viel oder zu wenig ist. 

Schaffen Sie Regeln. Wie lange man über ein Thema sprechen darf oder welche Themen besprochen werden dürfen.

Grundsätzlich ist es wichtig:​

  • präzise Angaben zum Arbeitsauftrag zu machen (zeitlich und inhaltlich)

  • klar zu Kommunizieren (siehe Broschüre Kommunikation)

  • keine unausgesprochenen Erwartungen zu fordern

  • keine Redewendungen oder Floskeln zu benutzen

  • Regeln zu setzen

  • Rahmenbedingen zu prüfen (siehe Broschüre Arbeitsplatzgestaltung)

Mögliche Herausforderungen aus der Sicht Ihrer autistischen Fachkraft:

  • Spontanes und flexibles berufsbedingtes Handeln – abweichen von Strukturen/Regeln

  • Kommunizieren (Smalltalk führen, auf den Punkt kommen, nicht monologisieren, etc.)

  • Richtige Interpretation von Mimik und Gestik

  • Multitasking 

  • Richtige Interpretation von Redewendungen, Floskeln, Witzen, Ironie oder Unterschwelligem

  • Verstehen nicht ausgesprochener Erwartungen anderer

  • Priorisierung, Planung und Strukturierung von Aufgaben

  • Das Zeitmanagement im Blick behalten

  • Filtern von Umgebungsreizen (Gerüche, Temperatur, Geräusche, Licht)

  • Firmenevents

  • Berührungen, wie Hände schütteln

  • Arbeitsweg

  • Fragen richtig zu deuten (z. B. in Vorstellungsgesprächen oder in Meetings) 

  • Erkennung und Zuordnung von Gesichtern und Namen

Leider werden autistische Fachkräfte immer wieder von Kolleg*innen und Vorgesetzten, auf Grund ihrer Art der sozialen Interaktion oder der Kommunikation, über- oder unterschätzt. 

Bleiben Sie als Arbeitgeber*in flexibel, schaffen Sie passende Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz und im Arbeitsumfeld. Damit können Sie selbst einen großen Teil dazu beitragen, dass beide Seiten davon profitieren.